Chronologie

Fortsetzung der „Chronologie der medienpolitischen Entscheide“ (S. 355 ff.) aus dem Buch „On Air“

2013

Juni
25.06. BAKOM: Die Digris AG erhält eine Funkkonzession für den Betrieb von DAB+-Inseln für die digitale Verbreitung kleinerer und kleiner Radiostationen
25.06. Mediapulse: Die Webstreaming-Messung im Radiopanel wird auf den 1.Januar 2013 eingeführt..

Oktober
22.10. UVEK: Bestätigung der Konzession für Radio Argovia aus dem Jahr 2008. Gemäss UVEK gefährdet die Zugehörigkeit des Senders zum Verlagshaus von Peter Wanner die Meinungs- und Angebotsvielfalt im Kanton Aargau nicht.

2014

April
16.04. DAB+: Start des 2. DAB+-Layers in der Westschweiz: 15 welsche Lokalradios senden neu auch in DAB+.
04.04. Radio 105: Die Radio 1 AG des Zürcher Medienunternehmers Roger Schawinski wird Inhaberin des im Januar 2014 in Konkurs gegangenen Radio 105.

Juni
21.06. Die Hörerforschung zeigt für das laufende Jahr gleichbleibende Reichweiten, doch die Nutzungsdauer nimmt stetig leicht ab und liegt in der Deutschschweiz bei 118 Minuten (SR: 101 Minuten; SI: 116 Minuten).

September
04.09. Radioday: Die Schweiz gehört zu den führenden Ländern beim Aufbau der Radiodigitalisierung. Der DAB+-Ausbau der Tunnels soll bis spätestens 2018 abgeschlossen sein.

Oktober
16.10. Radio 32: Die AZ Medien des Verlegers Peter Wanner dürfen sich indirekt am Solothurner Radio beteiligen. Die indirekte Beteiligung hat die AZ Medien AG durch die Übernahme der Mehrheit am Verlag des «Oltener Tagblatts» erlangt.

November
05.11. UVEK: Der Bundesrat ebnet mittels einer Teilrevision der Radio- und Fernsehverordnung RTVV den lokalen Radios den Weg für den Umstieg vom analogen UKW auf die digitale Technologie DAB+.

Dezember
1.12. UVEK: Die terrestrische Verbreitung der Radioprogramme in der Schweiz soll ab 2020 nur noch digital und hauptsächlich über DAB+-Plattformen erfolgen. Ab 2024 werden die UKW-Sender koordiniert abgeschaltet.
8.12. Mediapulse verlängert den Vertrag mit GfK Switzerland und führt damit die auf der Mediawatch basierende Radioforschung bis 2017 weiter.
19.12. SwissMediaCast (SMC): SMC will kleineren Radiostationen oder Internetsendern den Einstieg auf DAB+ mit einem grossen Rabatt von 60% in den nächsten drei Jahren ermöglichen.

| Walter Rüegg und Roger Thiriet, 28.01.2014

2015

Digitale Radiowelt – ein Kurzkommentar

Was hat die schweizerische Radioszene in den vergangenen zwei Jahren bewegt? Sicher ist es die Digitalisierung der Distribution auf DAB+, die stetig voranschreitet und nun auch in der welschen Schweiz Fuss fasst. Die privaten Radiostationen bekennen sich zum „neuen“ Standard und strahlen heute fast ausnahmslos ihre Programme auf UKW und DAB+ aus. Und der nächste Schritt ist bereits von der Politik vorgegeben, dann soll nämlich UKW schrittweise abgeschaltet werden. Damit würden auch die erheblichen Zusatzkosten des Simulcasting ab 2014 wegfallen. Wer sich künftig in der neuen Radiowelt mit grösseren Märkten und mehr Konkurrenten behaupten kann, wird sich weisen.
Etwas nachdenklich stimmen die Ergebnisse der Hörerforschung. Seit einigen Jahren zeigt sich eine leichte Erosion der Hörerzahlen, vor allem aber ein Rückgang der Hördauer. Die Konkurrenz der nicht linearen Medien ist spürbar. Zwar kann die Hörerforschung seit 2013 auch das Webstreaming messen, doch wer sich über Kopfhörer zuschaltet, wird nach wie vor nicht erfasst. Ist beim Radio ein Innovationsschub angezeigt, der das Medium wieder attraktiver macht? Inhalte, die weit über angezeigte Musik hinausgehen? Es gibt Beispiele, wie Radiolab, die zeigen, wie die Entwicklung verlaufen könnte.

| Walter Rüegg, 22.02.2015